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Laura Haris fantastisches Kinderbuch

Diese Woche haben wir einen ganz besonderen Tipp für euch, einen Buchtipp. Laura Haris fantastisches Kinderbuch ist gerade erschienen: „Der Tag, an dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand“. Und weil uns die Ankündigung in ihrem ersten Interview auf Smallworld schon ganz neugierig gemacht hat, haben wir Laura nun erneut interviewt.

 

 

Was hat Dich zu dem Buch inspiriert?

Meine Tochter, Anna Lara, hat mich zu dem Buch inspiriert. Ein halbes Jahr nach ihrer Geburt überlegte ich, an welchem künstlerischen Projekt ich arbeiten könnte. Ob ich an bekannten Serien, z.B. meinen Portraitaquarellen, weiterarbeite oder etwas Neues beginne. Die letzten Jahre hatte ich neben meiner Arbeit als Ärztin in der Klinik und meiner Doktorarbeit kaum Zeit gefunden, einen Pinsel in die Hand zu nehmen. Ich hatte Bildende/Freie Kunst (Zeichnung, Malerei) studiert und war über die künstlerische Durststrecke mangels Zeit in den letzten 4 Jahren traurig. Etwas Neues wollte ich machen. In der Vergangenheit hatte ich schon einmal daran gedacht, ein Kinderbuch zu schreiben. Mit der freien Zeit in der Elternzeit konnte ich mich voller Energie und Begeisterung in das Kinderbuchprojekt stürzen. Eine Dokumentation im Fernsehen über den Kinderbuchautor Paul Maar hatte dann die Initialzündung gegeben.

 

Worum geht es in deiner Geschichte?

Das Buch eröffnet einen spannenden Zugang ins Reich der Phantasie, der Kreativität und der Kunst. Sophia, zehn Jahre alt, zeichnet und malt gerne. Und das, was sie malerisch auf das Papier bringt, wird lebendig. Sie erfindet zwei phantastische Wesen – den Delphin-Zebra-Schmetterling und den Affen-Schweine-Papagei. Die drei Freunde erleben zusammen phantastische Abenteuer. Sie können in Bilder “hineinfliegen” und dort Dinge erleben, wie z.B. einen Fluss durch den Himmel fliegen lassen, ein Wettrennen mit einer Ameise auf einem Grashalm. Sie tauchen in das Bild “Die weichen Uhren” von dem Maler Salvador Dali und in das Bild “Der Mönch am Meer” von C. D. Friedrich ein. In diesem virtuellen Raum erfahren sie spannende, interessante Dinge. Das Buch hat philosophische Anklänge, es geht um Fragen der Kreativität, des Seins, der Freundschaft, der Zeit. Es macht spielerisch neugierig auf die Welt der Kunst, der Bilder. Kinder werden angeregt, selbst kreativ zu werden, mit kleinen Tricks eine Bildidee zu finden.

 

 

Wie lange hast du an dem Buch gearbeitet?

Von der Idee bis zum fertigen Buch sind ein Jahr vergangen.

 

Kannst du etwas zur Entstehungsgeschichte des Buches erzählen? Auch wie du auf die Idee mit den besonderen Tieren gekommen bist?

Im Oktober 2017 begann die Arbeit an dem Kinderbuch. Zuerst schrieb ich, in einem kreativen Rausch, innerhalb von 4 Tagen die Geschichte. Ich überlegte, was Kinder/Jugendliche interessiert. Tiere sind ein beliebtes Motiv in der Kinderbuchliteratur. Es sollte aber etwas Originelles sein, etwas Neues. Plötzlich war der Titel des Buches in meinem Kopf. Und die Idee mit dem Mönch und den weichen Uhren von Salvador Dali. Vom Titel her entwickelte sich die Geschichte. Ich fing an zu schreiben und die Geschichte nahm ihren Lauf. Später überarbeitete ich die Geschichte im Detail. Im Oktober begann ich mit dem Illustrieren der Geschichte. Für eine Illustration benötigte ich circa vier bis zehn Tage. Im Februar waren alle Illustrationen fertig. Es folgte das Layout, das ich gemeinsam mit dem Fotographen und Graphiker Hartmut Hilgenfeldt gestaltet habe, der vorher die Illustrationen abfotografierte. Durch Herrn Hilgenfeldt kam auch der Kontakt zum Westkreuz Verlag Berlin/Bonn zu Stande. Am 18. Juni trafen wir den Verleger Lutz Ahrens und die Endphase begann. Im September erfolgte der Druck und Anfang Oktober erschien nun das Buch.

 

Was ist das Besondere an dem Buch?

Da fallen mir mehrere Punkte ein. Zum einen finde ich die Geschichte originell. Ein Mädchen erfindet zeichnerisch, malerisch Dinge, die dann real werden. Sie kann dadurch mit ihren neu erschaffenen Phantasiewesen in Bilder hineintauchen und dort spannende Abenteuer erleben. Das kann sie auch in den Gemälden von Künstlern. Somit entsteht ein besonderer, phantasievoller  und spielerischer Zugang zur Kunst.
Der Umfang des Buches ist mit 81 Seiten, jede Doppelseite ist illustriert, ungewöhnlich groß. Oft sind Bilderbücher 30-50 Seiten dick. Der Text ist dann vom Volumen eher geringer im Vergleich zum Bildanteil. Bei meinem Buch ist es gleichwertig. Das war für mich wichtig. Es sollte kein Buch für die ganz Kleinen werden, wo in der Regel sehr wenig Text steht. Ältere Kinder und Jugendliche sollten auch angesprochen werden, also keine enge Altersgruppe. „Der kleine Prinz“ von Saint Exupéry zum Beispiel wird von Jung und Alt gelesen. Das klassische Bilderbuch ist meist so ausgelegt, dass es für Kinder zwischen 5-7 Jahre ist. Ich finde es gut, ältere Kinder und Jugendliche an Bilder, an Kunst heranzuführen. Das Sehen, die Wahrnehmung zu schulen und Kreativiät zu fördern. Die Phantasie durch Text und Bild gleichermaßen anzuregen. Ich finde nicht, dass zu viele Illustrationen bei älteren Kindern/Jugendlichen deren Phantasie hemmen würden. Sie können Anregung sein, die eigene Phantasie auszubilden, zu eigenen Bildern zu kommen. Gerade im digitalen Zeitalter von Computer, Internet, Smartphones, wo Kinder oft lieber Computerspiele spielen und kaum noch selbst einen Bleistift, Buntstift oder Pinsel in die Hand nehmen.

 

 

Für welches Alter ist Dein Buch?

Zum Selbstlesen dürfte ein Alter von 8-14 Jahren geeignet sein. Da das Buch sehr viele Illustrationen enthält, kann man aber auch Jüngere damit gut unterhalten. Und Erwachsene können auch ihre Freude daran haben.

 

In welcher Technik hast du die Illustrationen erstellt?

Die Illustrationen sind Aquarelle auf Papier. Ich arbeite ganz klassisch mit Bleistift und Pinsel und nicht wie viele andere Illustratoren heutzutage am Computer mit Grafikprogrammen, wo das Bild hauptsächlich digital entsteht. Das Internet nutze ich manchmal um Bilder oder Fotografien als Anregung für die Illustrationen zu finden. Für meine Tiere habe ich zum Beispiel vorab Collagen gebastelt und diese dann gemalt.

 

Wird es auch eine Lesung in Brandenburg geben?

Ja, die erste Lesung wird in der Wichern Buchhandlung am 10.11. um 11 Uhr  stattfinden. Die Schaupspielerin, Esther Zimmering, wird mit mir gemeinsam aus dem Buch vorlesen. Am internationalen Vorlesetag für Kinder Ende November ist in der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“ eine Lesung geplant.

 

 

Der Tag, an dem ein Delphin-Zebra-Schmetterling vom Papier verschwand
von Laura Hari

84 Seiten, mit farbigen Abbildungen, jede Seite illustriert, Aquarelltechnik
Hardcover, 19,90€
ISBN 978-3-944836-45-4
Westkreuz Verlag

Erhältlich u.a. in der Wichern Buchhandlung in Brandenburg a. d. Havel.
Dort findet am 10. November um 11 Uhr auch eine Lesung statt. Schaut vorbei.

 

Unbezahlte und unbeauftragte Werbung.

Smallworld

One thought on “Laura Haris fantastisches Kinderbuch

  • Cornelia und Peter Krumbiegel

    Liebe Frau Dr. Haris!
    Große Gratulation zu Ihrem tollen Buch, das wir bisher nur aus dem Internet kennen, uns aber neugierig gemacht hat. Wir werden beim Leipziger Hugendubel danach fragen.
    Wie gut dass Sie “neben” der Medizin weiter am Malen bleiben. Wir hatten ja Ihre diesbezügliche Entwicklung über Ihre Eltern auf Hiddensee verfolgen können.
    Werden wir Sie im kommenden Jahr dort wiedersehen?
    Herzliche Grüße und gute Verkaufszahlen!
    Cornelia und Peter Krumbiegel

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