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Zuhause bei – der Violinistin Antje & dem Brandenburger Symphoniker Andreas

In der Brandenburger Neustadt findet man nahe des Nicolaiplatzes ein wunderschönes Ensemble aus der Bauhaus-Zeit. Die denkmalgeschützte Wohnanlage „Am Rosenhag“ wurde  Ende der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts im Stil des Neuen Bauens errichtet. Hier wohnen Antje und Andi mit ihren zwei Kindern. Sie haben uns heute zum Kaffee eingeladen. Und so bekommen wir von Andi einen kräftigen Cappuccino aus seiner italienischen Siebträgermaschine und dazu leckere Kuchenschnecken aus der Brandenburger Bäckerei Röhe.

Antje Weltzer-Pauls und Andreas Weltzer sind beide Musiker. Er spielt Trompete und ist Mitglied der Brandenburger Symphoniker. Sie spielt Violine, ist freiberufliche Orchestergeigerin und gründete vor ein paar Jahren das Kammerorchester Ensemble Ruhr. Außerdem gibt Antje Geigen- und Klavierunterricht. Seit neun Jahren leben sie in Brandenburg an der Havel.

Ursprünglich kommt Andi aus Oberfranken, Antje ist im Rheinland geboren und in der Nähe von Bremen aufgewachsen. Er hat in Berlin und Karlsruhe studiert, sie in Hannover, London und Bremen. Nach dem Abschluss wurden sie ein Paar. Jedoch mussten Beide zunächst ihren jeweiligen Engagements folgen, sodass sie mehrere Jahre an vielen verschiedenen Orten in Deutschland und im Ausland gelebt haben. In die Havelstadt führte sie die Anstellung von Andi bei den Brandenburger Symphonikern. Nach einem erfolgreichen Probespiel wurde er zweiter Trompeter. Anfangs stand jedoch ganz klar fest, dass sie auf jeden Fall in Berlin wohnen und Andreas nach Brandenburg pendeln würde. Denn Antje kannte Brandenburg noch aus ihrer Studienzeit, als sie ein Orchesterpraktikum bei den Brandenburger Symphonikern absolvierte und hatte daher eine eher graue, trostlose Erinnerung an die Stadt. Schon bei seinen ersten Besuchen entdeckte Andi aber die schönen Seiten Brandenburgs und seiner Umgebung, und so lud er die hochschwangere Antje ins Restaurant Toto an der Jahrtausendbrücke ein. Dort überzeugte er sie von der Idee, hierher zu ziehen und hier gemeinsam ins Familienleben zu starten.

„Der Blick über die Havel bei einem wunderschönen Sonnenuntergang hat mich
von Brandenburg überzeugt.“

Und so sind die Zwei, die mittlerweile Vier sind, in Brandenburg gelandet. Hier genießen sie die kurzen Wege zwischen Kindergarten, Theater und Bahnhof. Meist sieht man sie fröhlich auf dem Fahrrad radelnd mit den beiden Kleinen im Anhänger – und manchmal auch noch einem Geigenkasten im Gepäck.

Die Wohnung am Rosenhag haben die Weltzers vor drei Jahren vermittelt bekommen. Sie waren von Anfang an begeistert. Die Wohnanlage ist für junge Familien perfekt geeignet, denn die angrenzenden Wohnhäuser bilden im Carré einen schönen Innenhof mit einem Spielplatz, wo sich viele Kinder zum Spielen treffen – „und man kann die Kinder aus dem Küchenfenster sehen“, schwärmt Antje schmunzelnd.

„Und den Bauhaus-Charme fanden wir natürlich auch total spannend“, sagt Andi,
„ein witziges Detail ist zum Beispiel der Aschenbecher, der auf jedem Treppenabsatz unter dem Fensterbrett
angebracht ist – das fand man früher wohl sehr praktisch“.

„Praktisch“ sind die breit angelegten Treppenhäuser ohnehin. Ins Auge fallen auch viele weitere moderne Elemente wie zum Beispiel die Oberlichter über den Eingangstüren, die die Wohnungsflure belichten, oder die originalen Beschläge an den Fenstern und Türen. Und durch die wunderschönen Fenster mit den Querstreben fällt ein angenehmes Licht von draußen.

In der Wohnung spielt sich das alltägliche Familienleben meist in der Küche und im Wohnzimmer ab. Die beiden Räume sind quadratisch angelegt und durch eine Flügeltür aus der Erbauungszeit von einander getrennt. Sobald die Tür geöffnet ist, entsteht ein wunderbarer großer Raum, der durch die Loggia sogar noch erweitert wird. Die Loggia öffnet das Wohnzimmer ins Freie und gewährt einen Blick auf die Linden am Rosenhag.

Man stößt hier auf viele alte Einrichtungsgegenstände mit persönlichen Geschichten. So fällt der Blick schnell auf das extravagante, gelbe Sofa im Wohnzimmer. Sie haben es von Freunden geschenkt bekommen und es war das allererste Möbelstück, das in der Wohnung stand. In dem schönen alten Buffetschrank daneben findet man auch einen kleinen Schatz hinter Glas:

„Die kalte Ente hat Antje mit den passenden Gläsern von ihrer Oma bekommen.
Sie ist bestimmt fünfzig Jahre alt“

erzählt uns Andi. Direkt davor steht eine wunderschöne alte Puppenstube, die Antje selbst als kleines Mädchen zum Spielen bekam. Das Häuschen wird sofort von den Kindern in Beschlag genommen. All diese Möbel und Gegenstände machen die Wohnung der Weltzers zu einem Familienort, der viel Geborgenheit ausstrahlt und sowohl Große als auch Kleine zum Verweilen einlädt.

Nachdem wir uns von Antje und Andi verabschiedet haben, werfen wir noch mal einen Blick zurück auf das Gebäude mit seiner schmucklosen, verputzten Fassade, die durch die Loggien und die nach innen schwingenden, verklinkerten Eingänge gegliedert wird. Deutlich abgesetzt davon ist der Eckbereich zum Nicolaiplatz, wo sich bis vor Kurzem – so wie einst – das Café Rosenhag befand, das ganz originalgetreu im modernen Stil eingerichtet war, aber leider wieder schließen musste. Nun erinnern nur noch die schönen Lettern zwischen den langen Fensterbändern der ersten beiden Geschosse an das Café. Bemerkenswert ist in diesem Gebäudeteil übrigens auch das zurückgesetzte Dachgeschoss. Es verfügt über eine große Dachterrasse, die ursprünglich mit Rasen und einem Springbrunnen ausgestattet war.

Unter folgenden Links könnt ihr mehr über die Arbeit von Antje und Andi erfahren:

Brandenburger Symphoniker

Ensemble Ruhr

Und wenn ihr noch mehr über die Bauten unserer Stadt erfahren möchtet, könnt ihr das mit diesem tollen Architekturführer:

Architektur Brandenburg an der Havel

Smallworld

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