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30 Fragen an: Marcell Fladerer-Armbrecht

Marcell ist der Kantor des Brandenburger Doms Sankt Peter und Paul. Seit fünf Jahren lebt er mit seiner Familie in Brandenburg an der Havel. Heute erzählt er uns im Kurzinterview von seinen Lieblingsorten in der Stadt und verrät uns, wo man am besten essen gehen kann. Ein echter Geheimtipp ist seine Empfehlung an Touristen. Aber lest selbst… !

Wie heißt du?
Marcell Fladerer-Armbrecht

Hast du einen Spitznamen?
Nein, seit Ende der Schulzeit nicht mehr (also verjährt) – und familiäre Kosenamen werden nicht verraten.

Wie lange lebst du in Brandenburg?
Ich lebe mit meiner Familie – zu dem Zeitpunkt noch bestehend aus meinem Mann und mir – seit Oktober 2012 in Brandenburg.

Was machst du beruflich?
Ich bin Kantor am Brandenburger Dom. Das bedeutet, dass ich in dem beeindruckenden Gebäude die historische Wagner-Orgel bespielen darf, ein Ausbildungszentrum der Landeskirche leite, Konzerte organisiere und die musikalischen Gruppen am Dom wie Chor und Bläser leite.

Hast du Kinder?
Ja, wir haben zwei Söhne. Elijah ist 4 Jahre und Mattis ist 5 Monate alt. Dass wir uns diesen Traum von einer Familie mit Kindern erfüllen konnten, ist einerseits der Gnade der späten Geburt zu verdanken, andererseits haben wir auch wirklich dafür gekämpft. Mögen es zukünftige Generationen einfacher haben…

Was ist dein Lieblingsort in der Stadt mit Kindern?
Ich suche so ziemlich alle Spielplätze der Stadt auf, die ich im Großen und Ganzen sehr schön gestaltet finde. Spielplätze in der Nähe von Cafés haben bei mir beste Karten.

Und was ist dein Lieblingsort ohne Kinder?
Da gibt es viele. Bei schönem Wetter sitze ich gerne an den Ufern zu Füßen der Jahrtausendbrücke oder man findet mich mit Blick auf die fast seenartig wirkende Havel bei Paffe-Kai oder in unserem Garten. Bei schlechtem Wetter ohne Termindruck ist “das Wohnzimmer” eine meiner Lieblingsadressen. Da die Preise der sehr guten Produkte dort aber zwischen Paris und Oslo rangieren, sollte man Speis und Trank langsam genießen. Günstiger ist es an einem anderen Lieblingsort: vor dem Kamin in unserem schönen Haus.

Fühlen sich deine Kinder hier wohl? Wie verbringen sie ihre Tage?
Toll sind die vielen verkehrsberuhigten Bereiche, um mit Roller und Fahrrad die Gegend unsicher zu machen. Bei schlechtem Wetter ist die Rappelkiste – ein nicht gerade sehr attraktiver und in die Jahre gekommener Indoorspielplatz – ein Favorit. Das Marienbad finden wir aber auch super.

Wo isst du am liebsten in Brandenburg?
Also “richtig” Essengehen geht gut im Restaurant “Am Humboldthain”. Es ist das einzige Restaurant, welches sich in diesem Preissegment längerfristig halten kann/konnte. Wenn ich arbeite (bin gerade in Elternzeit), dann gehe ich mittags oft in die “Remise” auf dem Burghof, und auch in der Malabar (indisch) und beim Vietnamesen kann man mich ab und an finden.

Wo trinkst du am liebsten in Brandenburg?
Im Fonte geht es gut auf der Terrasse an lauen Sommerabenden – hat fast schon etwas Mondänes. Je nach Anlass, ist auch ein Weinabend in “Zur Dominsel” nicht verkehrt.

Wo gibt es den besten Kaffee?
Im „Wohnzimmer”.

Wo und was kaufst du am liebsten in Brandenburg ein?
Lebensmittel bei Rewe, auf dem Markt oder – seit deren Umzug in die Innenstadt – in der Bio-Insel.

Hast du einen Geheimtipp?
Der Rewe in Hohenstücken, wenn man mal wieder die Anonymität der Großstadt vermisst. Es klappt immer. Dort kennt mich niemand.

Was ist deine Lieblingsaktivität in der Stadt? Und in ihrer Umgbung?
Ich würde gerne Wassersport betreiben und ärgere mich, dass ich es noch nicht in Angriff genommen habe, Hausbootfahren wäre aber auch ein Anfang. Wir wandern gerne zur Malge.

Welche Empfehlung würdest du Touristen geben? Was muss man unbedingt in Brandenburg gesehen oder gemacht haben?
Kirchen und Wasser. Hockt Euch in den Friedgarten des Domes – wenn gerade im Dom musiziert wird, wird “Vaya con dios” Realität – Zeitmaschine!

5 places to see in Brandenburg before you die … !?
Na, die habe ich ja nun schon alle genannt. Touristen müssen nicht unbedingt zum Rewe nach Hohenstücken rausfahren, aber ansonsten stehe ich zu meiner “best-of-Auswahl”.

Was fehlt dir in der Stadt?
Bars und Geschäfte.

Macht Brandenburg dich glücklich?
Insgesamt schon. Es ist der rechte Ort zur rechten Zeit. Nicht zu groß, kaum zu klein, viel Natur und dennoch ein Ansatz einer städtischen Oase mitten in der Brandenburger Pampa.

Hast du einen Brandenburger Helden bzw. Heldin?
Meine Kolleginnen und Kollegen sind Helden. Sie arbeiten alle so irrwitzig viel und brennen für Ihre Sache. Das war zu Berliner Zeiten deutlich anders.

Welche Eigenschaften magst du besonders an den Brandenburgern?
Die Reduktion auf das Wesentliche in der Kommunikation.

Und welche schätzt du überhaupt nicht?
Das Rumpöbeln.

Kannst „brandenburjern“? Oder: Sagst du „Maagdeburg“ oder „Machteburch“?
Ich sage “Magdeburch”, also weder noch. Nein, ich kann den Slang nicht.

In welchem Stadtteil (bzw. in welchem Ort) lebst du?
Keine Ahnung. Ich glaube,  das heißt hier Wilhelmsdorfer Vorstadt. Jedenfalls ist es auf der Neustadt-Seite.

Was gefällt dir dort besonders gut?
Hier ist die Bebauung ähnlich wie in Berlin, also planloses Mischgebiet am Rande einer gründerzeitlichen Ausfallstrasse. Das ist für Brandenburger Verhältnisse schon fast großstädtisch und, ja, das gefällt mir mittlerweile, weil es im krassen Kontrast zur dörflichen Umgebung meines Arbeitsplatzes steht. Und natürlich liebe ich hier unser Haus. Auch finde ich sehr sympathisch, dass es viele Dönerläden gibt, obwohl ich mir schon lange abgewöhnen wollte, dieses Fleisch zu essen. Eines meiner Laster.

Wohin fährst du am liebsten, wenn du aus der Stadt raus möchtest?
Entweder in die Pampa oder eben nach Berlin. Kommt darauf an, ob ich eher Ruhe suche oder das großstädtische Leben vermisse.

Wohin machst du gern Ausflüge?
Malge, Buhnenhaus, Neue Mühle, Spielplatz Neuendorf, andere brandenburgische Siedlungen wie Neuruppin etc.

Magst du einen Künstler aus der Stadt?
Ich mag die Musiker in dieser Stadt. In den anderen Künsten kenne ich mich zu wenig aus. Durch Wredow und Rauch gibt es aber sogar eine Verbindung zu meiner Heimatstadt Bad Arolsen.

Nutzt du das kulturelle Angebot?
Das kirchliche schon, in’s Theater gehe ich selten, wenn, dann in’s Sinfoniekonzert. Wir waren auch schon einmal im einzigen Programmkino der Stadt und bekommen immerhin mit, was wir nicht nutzen.

Kennst du alle Waldmöpse?
Nein, aber Elijah spürt sie nach und nach alle auf.

Smallworld

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