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Zwei Köpfe hinter dem Kleinkunstfestivals hEimWeRTs: Carolin und Madelaine

Heute stellen wir euch Madelaine Böhm (auf dem Foto links) und Carolin Märzke im Interview vor. Die Beiden sind zwei der Macherinnen hinter dem Kleinkunstfestival hEimWeRTs, das dieses Jahr vom 5. bis zum 7. Oktober in Brandenburg an der Havel stattfindet. Sie berichten uns von ihrem Engagement für die Kleinkunst und der Idee des Fesitvals – und sie erzählen uns natürlich auch, was ihre besondere Verbindung zu der Stadt ausmacht, in der sie leben.

Was genau bietet das Kleinkunstfestival?

Caro: Das Festival ist ein Ort der Begegnung und der Überraschung. Man trifft Menschen, die neugierig darauf sind kulturelle Darbietungen zu erleben, welche in Brandenburg nicht alltäglich sind. Aufgeführt von Menschen, wie Du und ich. Sie sind offen dafür, sich zu begeistern und berühren zu lassen, von Inhalten, Gesang, Musik, Performance, Tanz und Bildender Kunst. Man kann flanieren zwischen Orten und erhält in diesen 3 Tagen quasi die volle Packung Kleinkunst-Kultur, auch zum mitmachen.

Madelaine: Niemand erlebt das gleiche Kleinkunstfestival. Die Einen erleben ein Festival mit traumhafter Klangschalenreise und einem tollen Konzert mit Geige und Akkordeon. Die Anderen erzählen vom wortgewandten Poetry Slam und der geilen Techno Party danach. Das Programm ist so vielfältig und umfangreich, dass du es nicht schaffen wirst, alle Veranstaltungen wahrzunehmen. Jeder wird etwas finden, dass ihm gefällt – Lesung, Musik, Party, Theater, Workshops und Ausstellungen. Der Eintritt ist frei und die Akteure bringen dass auf die Bühne, was sie bewegt. Kunst und Kultur muss in den Alltag passen und für jeden zugänglich sein.

Seit wann gibt es das Festival?

Madelaine: Seit 2012.

Caro: Dieses Jahr findet das Festival zum 6. Mal statt. Ich selbst habe mich im letzten Jahr, bei einer Helfertätigkeit an der Bar des Festivals, so begeistern lassen (auch von den Machern), dass ich mich an der Organisation beteiligen wollte.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Madelaine: Das war nach einem gemeinsamen Hörspiel in der ehemaligen Galerie Gusdaf in der Bäckerstraße. Es gab einige Künstler und Kreative, die unzufrieden aus Brandenburg wegzogen. Einerseits fehlte die Bühne bzw. der Ort zum Ausprobieren, andererseits das Publikum. Als Ilja ein Kulturfestival vorschlug, bei dem einfach jeder mitmachen kann, frei von Wertung und an möglichst kleinen Orten, wollte ich die Idee nicht mehr loslassen. Alles was wir tun mussten, war einen Rahmen herzustellen und Vernetzung zu schaffen. Dann war es möglich die Vielfalt und das Potential zu zeigen, dass wir hier in unserer Heimat haben.

Wer steht alles dahinter?

Caro: Eine bunte Truppe verschiedenster Alters- und Berufsgruppen in der jeder Einzelne – ähnlich wie bei der Entstehung eines Films – seine Fähigkeiten (und sein Herzblut) in verschiedenen Departments einbringen kann, um am Ende ein gemeinsames Ergebnis zu „erstellen“. In unserem Fall ein gelungenes Festival. Manche treten auch beim Festival auf.

Madelaine: Mittlerweile eine ganze Mannschaft. Aber ich glaube auch sehr viele Bürger aus unserer Stadt. Nur so erklären sich die vielen Spenden, die für dieses Festival bisher eingegangen sind.

Wann/Wie/Wo findet es dieses Jahr statt?

Caro: 05-07-Oktober 2018, im gewohnten Festivalstil an den Orten Pauli Kloster, St. Katharinenkirche, Petrikapelle und in der Gaststätte Kleins Insel (Zur Insel).

Und was macht ihr sonst beruflich?

Madelaine: Ich bin Inhaberin des Pachamama Ladens in der Ritterstraße und verkaufe Produkte die  ökologisch, praktisch, plastikfrei, wiederverwendbar und lokal sind. Neben Trageberatungen biete ich auch Kurse, überwiegend für Frauen und Kinder, an.

Caro: Ich arbeite bei der Stadt Brandenburg als Beraterin für alltagintegrierte sprachliche Bildung in Kindertagesstätten/ Tagespflege (Sozialpädagogin).

Was macht Eure besondere Verbindung mit der Stadt Brandenburg aus?

Madelaine: Sie ist meine Heimat. Außerdem mag ich die Menschen hier. Sie nehmen ihr Leben gern selbst in die Hand. Sie warten nicht bis der Märchenprinz sie mit dem Ross in der Straßenbahn abholt, sie ziehen sich die Schuhe an und gehen selbst los.

Caro: Ich bin hier geboren und aufgewachsen, wollte aber nach dem Abitur, aus einer damals empfundenen Enge heraus, weg. Nach 8 Jahren in verschiedenen Städten Deutschlands, bin ich jedoch bewusst wieder hierher gezogen um meine Tochter, damals lebte ich in Berlin, in einer Kleinstadt groß zu ziehen. Hier kannte ich mich aus und sollte mich doch mal der Wunsch nach Großstadt überkommen, sind Potsdam und Berlin nicht weit.

Seit wann lebt ihr in Brandenburg?

Caro: Zurückgekommen bin ich 2009. Verrückt schon wieder fast 10 Jahre.

Madelaine: Ich bin hier geboren, aber in Bremen aufgewachsen. Wieder hergezogen bin ich mit 17 Jahren, als ich hier eine Ausbildung fand.

Seid Ihr „echte“ Brandenburger?

Caro: Ich bin die Einzige in meiner Familie, die in Brandenburg geboren wurde, der Großteil kommt von der Küste. Den Dialekt spreche ich überwiegend wenn ich aufgebracht bin. Stur? Von Zeit zu Zeit. Freche Klappe? Eher weniger, ich begegne den Leuten gleichwürdig, obwohl ich den Mund auch aufmache, wenn mich etwas stört.

Habt Ihr einen besonderen Tip für einen guten Kaffee, ein leckeres Eis oder das beste Essen?

Madelaine: Früher war es ungeschlagen das Cafe Undine. Heute hat das Restaurant auf dem Marienberg gutes Potential dazu.

Caro: Ich bin Sushi Freund und finde in der St. Annen Galerie und in der Hauptstraße kann man ganz Gutes bekommen.

Habt Ihr eine Lieblingskünstlerin oder einen Lieblingskünstler aus Brandenburg.

Caro: Jan Beumelburg, Michelle Schmidt und Sara Pieper. Und Sabrina, deine Fotos finde ich auch ziemlich klasse.

Madelaine: Mathias Kriesel. Ein musikalisches und wortgewandtes Talent, das so viele Gesichter zeigt, dass es nie langweilig wird seiner Musik zuzuhören. Von Rock über Flötenspiel bis hin zu Liedern, bei denen man sich den Bauch halten muss, weil er das Gemüt des Brandenburgers mit dem Nagel auf den Kopf getroffen hat.

Welches kulturelle Angebot findet ihr gut?

Madelaine: Das Höfefest in der Altstadt und natürlich das Heimwerts-Festival. Beides Veranstaltungen bei denen jede Altersgruppe angesprochen wird.

Caro: Als Filmfan bin ich regelmäßig im Programkino des Fontane-Clubs zu Gast. Ich mag das Abschlusskonzert des Havelfestes und die Ausstellungen in den Brennabor Räumlichkeiten. Und natürlich das hEimWeRTs Kleinkunst Festival.

Was würdet Ihr verändern in der Stadt? Was fehlt Euch?

Caro: Mir fehlt eine richtige Innenstadt. Ich würde die Steinstraße und die Hauptstraße zu einem Verkehrsberuhigten Bereich machen, wo man gut flanieren und verweilen kann, ohne wegen der Bahn, Angst um seine Kleinkinder haben zu müssen oder die Autoabgase auf dem Teller zu haben. Außerdem fände ich es gut, wenn Jugendliche mehr Möglichkeiten hätten sich im Freien zu beschäftigen z.B. durch mehr öffentliche Sportanlagen (Skateranlage, Sprühwand, Kletteranlage etc.).

Madelaine: Neben einer Autofreien Innenstadt und mehr Fahrradwegen, fehlt es mir oft an Vielfalt. Vor allem das kulturelle Angebot braucht mehr Nischen. Dafür braucht es Mut und Vertrauen das zuzulassen – sowohl auf der Seite der Bürger als auch auf der Seite der Stadt.

Macht Brandenburg Euch glücklich ?

Caro: 70 /30 würde ich sagen. Man kann hier gut leben, aber manches ist ausbaufähig. Das Wasser und die Natur sind natürlich unschlagbar.

Madelaine: Ja, sehr. Sonst wäre ich vor 15 Jahren nicht zurückgekommen.

 

Wie schön! Und nun wünschen wir allen viel Spaß beim Kleinkunstfestival! Hier findet ihr das ganze Programm und weitere Informationen:

http://heimwerts-festival.de/programm/

Foto: Privat

Dieser Beitrag enthält unbeauftragte und unbezahlte Werbung, weil Namen von Veranstaltungen und gastronomischen Einrichtungen genannt werden.

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