Breaker

Hier in Branne – Robert Heimann im Interview

Viele von euch kennen sicherlich schon die Zeichnungen von Robert Heimann. Unter dem Motto “Hier in Branne” porträtiert er unsere Stadt und fertigt Drucke, Kalender, Postkarten oder auch Skateboards – ja, sogar Straßenbahnen wurde von ihm gestaltet! Heute erzählt er uns im Interview ein bisschen was über seine Arbeit…

Wie findest du deine Motive? Was fesselt deinen Blick an einem Gebäude oder einer Ansicht?
In der Regel fliege ich bei einem Online-Kartendienst über Brandenburg hinweg, suche mir einige Ecken/Motive in der Stadt aus und plane eine Route mit mehreren Fotostopps. Anschließend schnappe ich mir meine Kamera, setze mich auf meinen Drahtesel oder bei nem Kumpel ins Boot und los gehts. Vor Ort sorgen dann tatsächlich sehr unterschiedliche Faktoren dafür, ob das Motiv mich überzeugt. Der definierte Bildausschnitt muss einfach stimmen. Es sollte sich eine spannende, ausgewogene Komposition ergeben, das Spiel von Formen und Linien spielt hierbei eine Rolle und natürlich das „Model“ selbst. Dabei müssen es für mich nicht unbedingt nur Brandenburgs berühmte Bauwerke sein, zumindest nicht aus der für jedermann bekannten Ansicht. Wer genau hinguckt entdeckt in den Straßen wirklich tolle, vielschichtige Stadtansichten, wo beispielsweise die Spitze eines Stadtturms am Ende einer Gasse auftaucht. Grundsätzlich besitzen in unserer Stadt die historischen Gebäude deutlich mehr architektonische Qualitäten als die zeitgenössischen Bauwerke, sodass Erstere meist in mein Raster fallen. 


Welche „Berühmtheiten“ haben einen Heimann-Kalender an der Wand hängen? 
Meine Mama. Andere Stars haben sich mir gegenüber bisher noch nicht geoutet. 


Lustigerweise sehe ich in fast jeder Brandenburger Arztpraxis deine Bilder hängen. Wo kann man sie sonst noch sehen und kaufen?
Ja das stimmt, mittlerweile schmücken sich einige Praxen mit meinen Bildern. Das freut mich natürlich sehr, die Anzahl meiner Arztbesuche, hat sich dadurch allerdings nicht erhöht. Seit meiner Erstaustellung in der Coffee Corner im Jahr 2012 hängen dort immer wieder die neusten Arbeiten von mir, sozusagen eine sich aktualisierende Dauerausstellung. Kaufen kann man sie als Kunst- oder Leinwanddrucke über meinen Onlineshop oder beim Glasermeister und Rahmenbauer Andreas Kaiser an der Jahrtausendbrücke. 


Wie sieht ein normaler Arbeitstag – oder wohl besser gesagt “Arbeitsabend“ – bei dir aus?
Naja, als erstes den Lichtschalter im Arbeitszimmer betätigen, da es bereits dunkel ist. Dann bin ich mal mehr, mal weniger kreativ, d.h. entweder ich realisiere neue Bilder, Ideen und Skizzen oder beantworte  E-Mails, bereite Lieferungen/Versand vor, schreibe Rechnungen, abschließend plane ich den nächsten Facebookpost. Dazu läuft Musik oder ne Serie im Hintergrund und reichlich Nervennahrung steht in Form von Naschkram parat. Um nicht zu sehr zu vereinsamen schauen Sevi und Sven immer wieder vorbei, geben mir Feedback und fragen natürlich wie lange es denn heute noch dauert.


Hilft Sven dir wenigstens bei der Arbeit?
Sven ist eine Bank, wenn es darum geht Model zu stehen um beispielsweise Gewinne bei Verlosungen zu „überreichen”. Die Mädels lieben ihn und die Social Media-Reichweite steigt 🙂


Was war die bisher schönste Reaktion auf deine Zeichnungen?
Mich erreichen regelmäßig ganz liebe Worte von Kunden und manchmal sogar kleine Überraschungen, Präsente als Dankeschön für Auftragsarbeiten. Die Kinder von unseren Freunden berichten hin und wieder ganz aufgeregt wenn sie vor kurzem mit “meiner Straßenbahn” gefahren sind. Das ist schon echt niedlich.  Auf meiner ersten Ausstellung war der ehemalige und mittlerweile leider verstorbene Präsident des OLG, Wolf Kahl, anwesend und zugleich voll des Lobes. In den darauffolgenden Tagen habe ich dann für ihn meine erste Auftragsarbeit angefertigt. Da war ich schon ziemlich stolz. 


Fährst du gern mit „deiner Straßenbahn“? Oder schaust du sie dir lieber von außen an…? 
Auf meinem täglichen Weg nach Berlin, hoffe ich zwar immer sehr, dass mich „meine Bahn” einsammelt, allerdings gefällt sie mir von außen tatsächlich besser. Da freue ich mich doch eher, wenn sie gerade mal um die Ecke gefahren kommt und ich sie erblicke. 


Sind noch genug Gebäude in Brandenburg übrig oder hast du bald schon die ganze Stadt porträtiert?
Die Frage wird mir regelmäßig gestellt und begründet sich wohl auf der überschaubaren Größe unserer Havelstadt. Bis dato entwickelt und verändert sich die Stadt allerdings immer weiter und somit auch das Stadtbild. Demnach mache ich mir da gar keine Sorgen, so wird sich mir wohl immer wieder, der ein oder andere neue Blick als Motivvorlage präsentieren. 


Was wünschst du dir zu deinem Geburtstag im Januar?
Das Union Berlin in die 1. BUNDESLIGA aufsteigt.

Weitere Informationen und den Onlineshop von Robert findet ihr unter:
https://heimannkunst.de


… und das ist völlig unbezahlte, von Herzen gemeinte Werbung.

Interview: Luise Krekeler
Fotos: Sabrina Jung

Smallworld

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.